Mein digitales Videotagebuch: Jonas Mekas im Gespräch

Datum 22. Februar 2014
Beginn 20:00 Uhr
Ende 21:00 Uhr
Veranstaltung Skype-Gespräch und Kurzfilmepräsentation
Ort Rang
Mit Jonas Mekas (Filmemacher, New York) und Rabea Edel (Moderation)

Seit den 60er-Jahren hat Jonas Mekas sein Leben und seine Erlebnisse auf Film festgehalten, und daraus einen besonderen Stil des autobiografischen Films entwickelt, den er „Notiz“, „Skizze“ oder „Tagebuchfilm“ nennt. Vor einigen Jahren trennte er sich von seiner Bolex und stieg auf Digitalkamera um. 2007 produzierte er für das Projekt „365 Tage“ kurze YouTube-Clips über sein Alltagsleben – und hat seitdem nicht mehr damit aufgehört, die digitale Chronik seines Lebens und seiner Identität kontinuierlich ins Netz hochzuladen. In einem Interview mit Sven Reden auf 3sat sagte er: „Es geht vorwärts: von Film zu Video zum Internet. Die Möglichkeiten werden immer vielfältiger. Und ich bin für alle diese Möglichkeiten.“

Wir sprechen mit Jonas Mekas über sein visuelles Tagebuch im Internet und zeigen drei seiner Kurzfilme: „Okamoto Wrapes a Bottle of Sake“ (2011), „Autumn in Buchenhain“ (2013) und „A Conversation“(2014).

© Hollis Melton
© Hollis Melton

Jonas Mekas, 1922 in Litauen geboren, ist ein amerikanischer Filmemacher, Autor und Kurator, der oft als Pate des amerikanischen Avantgarde-Films bezeichnet wird.
1944 verließ Mekas Litauen aufgrund des Krieges. Auf der Flucht wurden er und sein Bruder in Deutschland in einem Arbeitslager gefangen gehalten. Nach dem Krieg studierte er Philosophie an der Universität Mainz, 1949 emigrierte er in mit seinem Bruder in die USA. Dort kam er mit avantgardistischem Kino in Berührung und begann selbst, zu filmen. Jonas Mekas ist der Gründer des Anthology Filmarchivs, der wichtigsten Sammlung für Avantgarde-Filme. Er arbeitete eng mit Künstlern wie Andy Warhol, Nico, Allen Ginsberg, Yoko Ono, John Lennon, Salvador Dalí und seinem Landsmann George Macunias zusammen und realisierte als Produzent und Regisseur zahlreiche eigene Filmprojekte. Zu seinen Arbeiten zählen narrative Kompositionen (“Guns of the Trees”, 1962), Dokumentationen (“The Brig”, 1963) und „Tagebücher“ (“Lost lost lost”, 1976).
Seine Werke wurden  unter anderem bei der 51. Biennale, der Documenta 11, der Berlinale, in der Serpentine Gallery, im State Hermitage Museum, im Pompidou und im PS1 Contemporary Art Center gezeigt. 2007 eröffnete er das Jonas Mekas Zentrum für Visuelle Kunst in Vilnius (Litauen).

Moderation: Rabea Edel

© Kirsten Becken
© Kirsten Becken

Rabea Edel, geboren 1982, moderiert und kuratiert regelmäßig Lesungen und Kulturveranstaltungen für Verlage, Kulturinstitutionen und Festivals. Seit 2013 ist Rabea Edel außerdem Chefredakteurin des Magazins „REVUE – Magazine for the Next Society“. Sie arbeitet in spartenübergreifenden Projekten mit Musikern und bildenden Künstlern zusammen, und lebt als freie Autorin von bisher zwei Romanen, Journalistin und Moderatorin in Berlin.

www.revue-magazine.net
www.rabeaedel.com