Slacktivism: Die ambivalente Beziehung zwischen digitaler und sozialer Wirklichkeit

Datum 22. Februar 2014
Beginn 18:00 Uhr
Ende 18:30 Uhr
Veranstaltung Vortrag und Gespräch (in englischer Sprache)
Ort Rang
Mit Soheil Asefi (Blogger/Journalist, Iran/Berlin) und Rabea Edel (Moderation)

Soehil Asefi ist ein unabhängiger iranischer Journalist und Beobachter. Bereits 2002, als Blogging im Iran noch kaum verbreitet war, startete er sein erstes Blog und begann, soziale Medien wie Facebook ausgiebig zu nutzen.
In seinem Vortrag behandelt er die verschiedenen Aspekte das Phänomens „Slacktivism“ als den Wunschtraum, durch liken, teilen und retweeten helfen zu können. Neben der NSA-Affäre haben die jüngsten Umbrüche auf der ganze Welt – von Occupy Wall Street in den USA über die politischen Unruhen im Nahen Osten undin Nordafrika bis zu den turbulenten Wahlen im Iran 2009 – die Dringlichkeit erhöht, die Rolle zu reflektieren, die soziale Netzwerke für die politischen Teilhabe spielen. Es gibt bislang zu wenig Debatte darüber, wie „der Kapitalismus das Internet gegen die Demokratie wendet“ (Robert W. Mc Chesney) und wie man die Entwicklungen umkehren und den progressiven Kräften rund um die Welt eine Stimme geben kann. Soheil Asefi glaubt fest daran, dass Journalismus nicht nur Handlungen hervorruft, sondern selbst ein Akt der Handlung ist. Geschichten sind Handlungen, und Handlungen haben Einfluss.

Moderation: Rabea Edel

© David Vogt
© David Vogt

Der in Berlin lebende Soheil Asefi ist freier Journalist und Analytiker in Fragen des Irans und des Nahen Ostens. Asefi wurde 1982 in Teheran geboren und begann sehr früh mit dem Schreiben von Artikeln. Er arbeitete für eine Vielzahl von Medien und Publikationen und schrieb Kolumnen über Politik und Geschichte, sowohl für Printmedien als auch online. Er berichtete aus dem iranischen Parlament und führte Interviews mit zahlreichen hochrangigen Regierungsvertretern und Akademikern. 2007 wurde er verhaftet und verbrachte drei Monate im Gefängnis Evin in Teheran, die meiste Zeit seiner Inhaftierung verbrachte er in Einzelhaft im berüchtigten Trakt 209. Er kam gegen Kaution frei und verließ vor einigen Jahren den Iran – nachdem er zehn Jahre für große iranische Medien gearbeitet hatte. Unter dem Schutz des Writers in Exile-Programms des PEN-Zentrums Deutschland kam er als Gast der Stadt Nürnberg nach Deutschland.  Soheil Asefi ist Preisträger des Hermann-Kasten-Preises der Stadt Nürnberg. Seine Artikel erschienen in Publikationen wie „Monthly Review”, „Counterpunch” und „Media with Conscience. Zudem ist er Redaktionsmitglied von  Journalists in Exile (JIE), einem von Reporter ohne Grenzen betriebenen Blog.

Twitter: @SoheilAsefi

© Kirsten Becken
© Kirsten Becken

Rabea Edel, geboren 1982, moderiert und kuratiert regelmäßig Lesungen und Kulturveranstaltungen für Verlage, Kulturinstitutionen und Festivals. Seit 2013 ist Rabea Edel außerdem Chefredakteurin des Magazins „REVUE – Magazine for the Next Society“. Sie arbeitet in spartenübergreifenden Projekten mit Musikern und bildenden Künstlern zusammen, und lebt als freie Autorin von bisher zwei Romanen, Journalistin und Moderatorin in Berlin.

www.revue-magazine.net
www.rabeaedel.com