Einspruch! Freundschaft zwischen Avantgarde und Nerdtum

Datum 18. Januar 2014
Beginn 18:00 Uhr
Ende 19:00 Uhr
Veranstaltung Gespräch (in englischer Sprache)
Ort Seitenbühne
Mit Angela Richter (Regisseurin), Joseph Farrell (WikiLeaks-Botschafter), Allegra Searle-LeBel (Tänzerin, Internetfreiheitsaktivistin), Anjana Shrivastava (Moderation)

Sind die Nerds und Hacker, die Computerspezialisten, die wahre Avantgarde des 21. Jahrhunderts? Sie stehen an der Speerspitze von weltweiten Bewegungen wie Anonymous und WikiLeaks, sie haben Zugang zu Informationen, die der „Normalbürger“ nicht hat, und sie formen unser Verständnis von Öffentlichkeit und digitaler Gesellschaft aktiv mit. Die Theaterregisseurin Angela Richter arbeitet seit zwei Jahren eng mit WikiLeaks-Aktivisten zusammen und „bringt zwei Welten zusammen“, die Kunst- und die IT-Szene, die sich oft kritisch beäugen. Im Juli 2011 luden der WikiLeaks-Gründer Julian Assange und der slowenische Philosoph Slavoj Žižek acht Personen zu einem exklusiven Lunch ein, deren Plätze man auf Ebay ersteigern konnte. Angela Richter war darunter, filmte alles und verwendete danach in ihrem Stück „Assassinate Assange“ Originalmitschnitte von späteren Treffen mit dem Aktivisten. Seitdem steht sie in engem, auch künstlerischem Kontakt mit einer Reihe von Assange-Mitarbeitern. Ein Gespräch über Selbstzensur und klandestine Arbeitstreffen. Und über das, was man hinter sich lässt und lassen muss, wenn man Aktivist wird – und was man stattdessen dazugewinnt. Moderiert von Anjana Shrivastava .

Angela Richter
© Angela Richter

Angela Richter, 1970 in Ravensburg geboren, ist eine deutsche Regisseurin und seit 2013 eine der vier Hausregisseure am Schauspiel Köln. Derzeit läuft dort ihre Produktion „Kippenberger! Ein Exzess des Moments“. Sie studierte Theaterregie in Hamburg und war Mitglied der Hamburger Künstlergruppe Akademie Isotrop. 2006 gründete sie das Fleetstreet Theater in Hamburg, das sie bis 2010 leitete. 2009 erhielt sie für ihre Inszenierung von „Der Fall Esra“, die auf dem verbotenen Roman „Esra“ von Maxim Biller basiert, den Rolf-Mares-Preis. Ihre Produktion „Assassinate Assange (reloaded)“ basiert auf Interviews mit WikiLeaks-Chef Julian Assange, den sie mehrmals in seiner Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London aufgesucht hat.

Twitter: @AngelaRichter_

 

©  Allegra Searle LeBel
© Allegra Searle-LeBel

Allegra Searle-LeBel ist eine amerikanische Choreografin, Tänzerin und Performancekünstlerin. Sie studierte Friedens- und Konfliktforschung in Berkeley und schrieb ihre Bachelorarbeit über die künstlerische Repräsentation von Gewalt. Als Technologiestrategin und Aktivistin setzt sie sich für Frieden, Freiheit im Internet und den Schutz der Privatsphäre ein. Sie lebt in Berlin, da sie sich durch den globalen Überwachungsstaat außerstande sieht, in den USA zu leben und Deutschland derzeit einen höheren Schutz der Privatsphäre gewährleistet als ihr Herkunftsland. Ihre aktuellen Projekte beschäftigen sich mit der Bolivianischen Revolution und der Kultur der Überwachung.

allegrabliss.wordpress.com
Twitter: @allegra

© Angela Richter
© Angela Richter

Joseph Farrell ist der offizielle Botschafter von WikiLeaks und Mitarbeiter von Julian Assange. Er war zuvor am Centre for Investigative Journalism in London tätig.

 

 

 

 

 

 

 

 

© Anjana Shrivastava
© Anjana Shrivastava

Anjana Shrivastava ist eine amerikanische Journalistin. Während des Irakkrieges gründete sie die Gesprächsreihe Die Neue Weltbühne für die Bundeszentrale für politische Bildung. Seitdem vermitteln dort Redner wie Lawrence Lessig, Art Spiegelman, Sebastian Junger und Evgeny Morozov Botschaften eines alternativen Amerikas in Berlin. Sie studierte Europäische Geschichte an der Harvard Universität und Kreatives Schreiben an der University of East Anglia. Ihre Arbeiten erschienen in Zeitungen und auf Internetplattformen wie dem „Wall Street Journal Europe“, „Spiegel Online“, und „Die Welt“.