Mehr als „was mit Twitter“

Datum 21. November 2014
Beginn 11:00 Uhr
Ende 16:00 Uhr
Veranstaltung Workshop
Ort Theater Freiburg, Winterer-Foyer
Mit Benjamin Gaulon und Petr Žílka (Ztohoven)

Das Internet ist im Theater angekommen. Dabei geht es allerdings um mehr als das Einbinden eines Youtubevideos oder „was mit Twitter“. Theatermacher sind heute immer auch User, dargestellte oder zu reflektierende Realität ist auch Netz-Realität. Und ist nicht jede Art von Bühne, sei sie ein klassischer oder ein öffentlicher Ort, ein mit theatralen Mitteln zu programmierender, virtueller Raum? In diesem Workshop können eigene Stückideen und Arbeitsweisen zur Digitalisierung mit Experten diskutiert werden.
Workshop (für 15 Teilnehmer), Bewerbung mit kurzem Lebenslauf an: netzkultur@berlinerfestspiele.de

Benjamin Gaulon

Der französische Künstler und Wissenschaftler Benjamin Gaulon setzt sich in seinen Arbeiten mit der Konsumgesellschaft auseinander, mit Recycling und der geplanten Obsoleszenz bei Produkten. Er studierte visuelle Kommunikation in Straßburg (Frankreich) und interaktive Medien und Umwelt in Groningen (Niederlande). Unter dem Pseudonym „Recyclism“ entwickelt er interaktive Installationen aus Elektroschrott wie das „Recycling Entertainment System“, das sechs Nintendo-Konsolen zu einem elektronischen Musikinstrument verschaltet, oder den Graffiti-Roboter „Printball“ aus einer Paintball-Pistole. Sein Arbeiten wurden international gezeigt und vielfach ausgezeichnet, seit 2005 gibt er international Workshops und hält Vorträge über Hardware Hacking, Recyclen, digitale Kunst und Graffiti. Benjamin Gaulon ist Mitbegründer des Irish Museum of Contemporary Art und des Recyclism Hacklab, einem kollaborativen Workspace in Dublin. Derzeit lebt er wieder in Paris und ist Programmdirektor des Studiengangs Design und Technologie an der Parsons Academie in Paris.
www.recyclism.com
www.ewasteworkshop.com

Ztohoven

Petr Žílka (Ztohoven) ist die öffentliche Stimme des tschechischen Künstlerkollektivs Zthohoven. Die Gruppe agiert anonym und tritt nur alle paar Jahre an die Öffentlichkeit, dann allerdings wirkungsvoll. Ihre Spezialität sind Medienhacks und Interventionen im öffentlichen Raum, die gesellschaftliche Kontroversen und nicht selten auch juristische Auseinandersetzungen um die Freiheit der Kunst auslösen. 2003 kommentierten sie das Ausscheiden des Staatspräsidenten Václav Havels, indem sie eine herzförmige Skulptur auf dem Dach der Prager Burg (dem Sitz des Präsidenten) manipulierten und in ein leuchtendes Fragezeichen verwandelten, das über der Stadt schwebte. Für weltweites Aufsehen sorgten sie 2007 mit ihrer Arbeit „The Media Reality“, bei der sie sich in die Wettercams des tschechischen Fernsehens einhackten: Auf den beschaulichen Livebildern vom Wetter am Krkonoše war plötzlich eine Atombombenexplosion zu sehen. Der Name Zthohoven ist ein Wortspiel, das als „der Ausweg“ (Z toho ven) oder „die hundert Durchfälle“ (Sto Hoven) gelesen werden kann. Die Gruppe besteht aus rund zwanzig festen Mitgliedern und wächst bis zu hundert an, wenn sie in Aktion tritt. Mit ihrer Organisation Fair Art, die Künstler, Kuratoren und Rechtsanwälte vernetzt, treten sie zudem für Kunstfreiheit ein und vertreten Künstler in juristischen Auseinandersetzungen. Derzeit gründen Mitglieder der Gruppe einen Hackerspace in Prag.
www.ztohoven.com
www.fairart.cz