Flarf, Erasure und Google Translate: Dichten mit Netzservices

Datum 22. Februar 2014
Beginn 19:00 Uhr
Ende 20:00 Uhr
Veranstaltung Workshop
Ort Bornemann Bar
Mit Daniela Seel (Autorin, Verlegerin kookbooks), Tristan Marquardt (Autor)

Das Internet hat die Verfahren konzeptueller Dichtung wesentlich bereichert. Es stellt nicht nur einen breiten Fundus an Sprachmaterial dar, mit dem umgegangen werden kann, sondern bietet auch neue Werkzeuge für diesen Umgang. Insbesondere die amerikanische Lyrik hat hier mehrere Verfahren geschaffen, die erst langsam im deutschsprachigen Raum Fuß fassen. Im Workshop sollen einige von ihnen vorgestellt und gemeinsam erprobt werden. Beim Flarfen definiert man Suchbegriffe und verfasst Collagen aus den Ergebniszeilen der Suchmaschinen. Erasure bezeichnet das Ausstreichen vorhandener Texte, deren Reste neue Texte generieren. In Google Translate lassen sich durch mehrmaliges Hin- und Herübersetzen aus bestehenden Texten gänzlich neue herstellen. Wir benutzen das Netz als Quelle für Dichtung und klopfen es selbst auf seine dichterischen Kapazitäten ab.

Achtung: Bitte bringen Sie einen Laptop mit. Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich. Bitte per Mail mit dem Betreff “Anmeldung Dichten mit Netzservices” an:  netzkultur (at) berlinerfestspiele.de

© Robert Nock
© Robert Nock

Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt/Main, lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks – Labor für Poesie als Lebensform in Berlin. Sie initiiert und organisiert gern interdisziplinäre und perfomative Literaturprojekte, oft im Rahmen von KOOK, zuletzt etwa „Bewegungsschreiber. Dichtung trifft Tanz“ und „Sprechende Gänge. KOOKwalks durch Berlin“. Daniela Seel hat u. a.  mit dem Illustrator Andreas Töpfer, dem Tänzer David Bloom, der Musikerin PLANNINGTOROCK und dem Dichter Rick Reuther zusammengearbeitet. Sie leitet manchmal Schreibworkshops. 2011 veröffentlichte sie den Gedichtband „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ bei kookbooks.

danielsaseel.tumblr.com
“[Ich habe mir ihren Körper dann einfach]” auf lyrikline.org

© Katja Zimmermann
© Katja Zimmermann

Tristan Marquardt, geboren1987 in Göttingen, lebt in München und Zürich. Sein Debütband „das amortisiert sich nicht“ erschien im Frühjahr 2013 bei kookbooks. Er ist Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13, dessen Mitgründer er 2009 war. Seit 2011 verfasst er neben dem eigenen Schreiben mit mehreren anderen Lyrikerinnen und Lyrikern gemeinsame Gedichte, seit 2012 organisiert er die Lesereihe meine drei lyrischen ichs in München. 2013 gewann er den 1. Preis beim Feldkircher Lyrikpreis gemeinsam mit Tabea Xenia Magyar und den Sonderpreis der Jury beim Office 365 Kreativwettbewerb von Microsoft.

Tristan Marquardt auf poetenladen.de